7 Massaker

Aber, dachte er, man sollte den Ereignissen nicht vorgreifen.

Er stand auf und ging pinkeln. Als er aus dem Badezimmer zurückkam, lief ein Bericht von einem Baseballspiel. Allemal genauso albern.

Mann schaltete den Fernseher aus. Dann öffnete er eine weitere Flasche, die fünfte, und versuchte, einen Entschluss zu fassen. Es misslang ihm. Sosehr er sich auch mühte, er fand einfach keinen Ansatzpunkt für seine Gedanken. Vielleicht gab es keine Lösung. Aber wo es etwas nicht gab, musste man es erfinden.

So kreisten seine Gedanken leer um seine Ratlosigkeit, und nach einem Dutzend Umrundungen kreisten sie zurück, um sich spiralförmig wieder …

Bis das Telefon klingelte.

Er setzte sich auf und sah auf die Uhr. Er konnte nur kurz eingenickt sein. Es war zehn vor fünf. Und das Telefon klingelte.

Es klingelte wirklich. Er hatte es nicht geträumt.

Ein Mensch, ein einziger Mensch auf der Welt wusste, dass er im „Chateau Marmont“ wohnte. Die „Stimme“!

Das Telefon läutete zum dritten Mal.

Mann überlegte, wie lange es wohl dauern würde, bis der Anrufer aufgab. Nach dem vierten Klingeln nahm er den Hörer ab.

„Gut, dass ich Sie noch antreffe, mein Bester. Wann geht Ihr Flug?“

„Keine Ahnung“, sagte Mann und bemühte sich, betont schläfrig zu sprechen. „Ich bin todmüde, so was nimmt mich einfach mit. Ich bin noch nicht zum Buchen gekommen.“

„Um so besser. Wir haben da nämlich ein kleines Problem.“

„Sie müssen sich irren. Wir haben nichts mehr gemeinsam, nicht mal ein Problem.“

„Nun seien Sie nicht gleich so schroff. Es gibt unvorhersehbare Schwierigkeiten. Wir benötigen Ihre Hilfe.“

Mann hätte schreien können vor Glück. Jetzt bekam er seine neue Chance, den Erpresser zu finden… Kurz entschlossen legte er auf.