7.3

Er ließ den Revolver fallen. Allmählich wurde er neugierig.

„Ein Mann muss wissen, wann er verloren hat“, sagte er laut und überlegte vergeblich, aus welchem Superthriller dieser glorreiche Satz stammen mochte. Er erinnerte nur noch, dass der Held die Bemerkung angesichts einer halbnackten Schönheit gemacht hatte. Kein Vergleich mit Mamma.

„Und jetzt losbinden!“

Die Alte schnaufte atemlos und fuchtelte wild mit der MP herum. Er ging zu dem Bett und wollte mit den Fußfesseln beginnen.

„Du kannst ihr die Augenbinde ruhig gleich abnehmen“, sagte Mamma hinter ihm. „Du wirst keine Gelegenheit finden, mich zu überwältigen.“

Er wandte ihr sein Gesicht zu und grinste.

„Richtig“, sagte die Alte. Sie schien vollkommen aufgekratzt und kurz vor dem Umkippen. „Mit Charme und gutem Aussehen, damit konnte man mich früher mal kriegen. Aber erstens siehst du dafür nicht gut genug aus, und zweitens bin ich aus dem Alter raus, in dem der Unterleib meinem Verstand Konkurrenz machte.“

Er glaubte ihr das sofort.

„Ich dachte nur“, sagte er, „wir sollten erst den da verarzten.“ Er zeigte auf Staatssekretär, der bewusstlos auf dem giftgrünen Boden lag und dessen blütenweißes Hemd sich rot und röter färbte.

Mamma wandte nicht mal die Augen in die Richtung, die seine Hand zeigte. „Später, vielleicht.“

Wie er sich’s gedacht hatte: Alles war nicht seine Schuld. Mann zuckte mit den Schultern und ging zu dem Bett. Möglichst langsam riss er der gefesselten jungen Frau das Klebeband, mit dem das Taschentuch in ihrem Mund gehalten wurde, von den Wangen. Dann zog er den durch gesabberten Lappen raus.

„Diese Schweine“, schrie es gleich los. „Dieser kleine Wichser und meine beste …“