7.3

Er schob den Knebel wieder rein. Die Alte erhob keinerlei Einwände. Fast ein wenig neugierig löste er das Handtuch von dem Kopf. Das Gesicht dahinter war nicht mehr so jung, wie es der Körper hatte vermuten lassen, Mitte, Ende Dreißig, aber dafür war es um einiges schöner, als Mann es erwartet hatte. Die dunkelbraunen Augen warfen ihm böse Blicke zu.

„Weiter!“ befahl Mamma hinter seinem Rücken.

Er sah keine Möglichkeit, sich ihren Wünschen zu widersetzen, also löste er die Fußfesseln und dann die Stricke an den Händen.

Sofort zog sich die Frau das Taschentuch aus dem Mund.

„Er soll sich drüben an die Wand stellen, Mamma!“ Sie sagte es ziemlich gefasst, aber mit einem panischen Unterton. „Sicher ist sicher.“

„Wie Sie meinen, Frau Block“, erwiderte Mamma widerwillig. Sie hob die Maschinenpistole, die unverändert auf seinen Bauch gerichtet war, leicht an.

Er traute seinen Ohren nicht. „Sie sind Karin Block? Sie haben mich herbestellt?“

Die Frau nickte kurz. Mann kam sich vor wie im Irrenhaus, doch aus eigener Anschauung kannte er kein Feriendomizil reicher Leute, wo es nicht früher oder später so zuging. Seine Erfahrungen in dieser Hinsicht waren zwar bescheiden – sie beschränkten sich auf Peters Villa in der Toskana –, aber nachhaltig.

„Mach schon“, drängte Mamma, „meine Geduld ist heute nicht die größte.“

Sie schien ihm der Panik ebenso nahe wie Karin Block. Also tat Harry Mann genau das, was man von ihm verlangte. Er ging zu der Wand neben dem Nachttisch, möglichst weit von Staatssekretär entfernt, der immer noch zwischen Bett und Fenster verblutete. Auf den ohnmächtigen Körper starrte Karin Block voller Hass.