7.3

Er drehte sich um und schüttelte den Kopf.

„Zweihunderttausend“, rief Karin Block, die ihnen nachgekommen war und nun in Bademantel und Pumps auf halber Treppe stand. Das Mädchen auf dem Bett stieß hinter dem Knebel dumpfe Laute aus.

„Es geht nicht ums Geld“, sagte Mann.

„Es geht immer ums Geld!“ antwortete Staatsekretär, als kenne er sich nicht nur im Reich der schönen Worte und des Müßiggangs aus. „Dreihunderttausend und keinen Pfennig mehr.“

Mann blieb dabei, den Kopf zu schütteln.

„Denken Sie daran“, sagte der Weißgewandete, von Kopf bis Fuß in der Rolle des verantwortungsbewussten Staatsmannes, „dass wir einige Informationen über Sie besitzen.“

„Und die wären?“

„Schlosser!“ sagte Staatssekretär.

„Wer?“

Mann versuchte möglichst unschuldig zu lächeln. Doch blieb ihm keine Wahl mehr. Sie hatten ihn in der Hand. Sie wussten, was die „Stimme“ wusste. Wollte er diesen Trip in Freiheit beenden, durfte er keinen von den dreien leben lassen. Was sollte er tun? Er war so gut wie unbewaffnet, und draußen wachten Paps und seine Mamma. Die Situation, in der er sich befand, war haltlos, und sie wurde immer haltloser. Was hätte er vor drei Wochen von den Gedanken gehalten, die ihm nun ganz selbstverständlich durch den Kopf schossen? Er atmete tief durch.

Staatssekretär sah ihn fragend an. „Also?“

Er musste sich entscheiden, schnell. Es hieß: sein Kopf oder der aller Anwesenden! Und jetzt war es, als dächte in ihm ein anderer. Wie, überlegte dieser andere, sollte ein unfreiwilliger und unerfahrener Mörder, der in seiner kurzen Karriere erst drei bis vier missliebige Exemplare der Gattung Homo sapiens beseitigt hatte, je nachdem, ob man den Punkie Sven auf sein oder Gals Konto rechnete, wie sollte so einer nun auf einen Schlag mindestens genauso viele Lebewesen auf einmal ausradieren?