7.3

Ein Massaker …!

War nicht allein der Gedanke daran maßlos, vulgär, unhygienisch? Und hatten sich Massaker, historisch gesehen, nicht später immer als überflüssig erwiesen? Jede dieser Überlegungen erschreckte ihn. Aber nicht er war Schuld an dem, was geschehen würde, es war ja die Schuld der anderen, die ihn erpressten, die ihn zwingen wollten, nach ihren Vorschriften zu leben. Alle wollten sie das, und alle dachten sie gleich! Was jedoch, wenn er allein es war, der verrückt spielte? Wenn nur er so verrückt war, anders als die anderen zu denken? Peters Lieblingsweisheit schoss ihm durch den Kopf: Der Verlust des Individuellen, der Untergang des Einzelmenschen in der Masse ist zu beklagen. Da half auch kein Zynismus mehr, das war das Drama des modernen Alltags, erfahren an der eigenen Haut. Und halb so schlimm. Man gewöhnte sich an alles, wenn das Leben nur weiterging. Doch würde es weitergehen für ihn, unbewaffnet bis auf Nylonstrumpf und Küchenmesser, allein bis auf die Opfer …

Staatssekretär nahm ihm die Entscheidung ab. Aus seinem blütenweißen Gewand zauberte er eine kleinkalibrige Pistole.

„Sie machen es, gleich!“ Die winzige Mündung zeigte auf Harry Manns Unterleib. „Sie schaffen diese Frau aus dem Haus und lassen sie verschwinden!“

Eine Villa unter Waffen, dachte Mann und rührte sich nicht.

„Wenn Sie die Leiche beseitigt haben, können Sie sich das Geld nach wie vor abholen“, hörte er Staatssekretär sagen.

Es sollte wohl beruhigend klingen. Doch als Therapeut war sein Gegenspieler ebenso fehlbesetzt wie als Söldner. Wineck stand drei Meter entfernt. Ohne erschossen zu werden, konnte Mann ihn nicht erreichen. Aber er kam ohne Mühe mit dem Fuß an die Tür, und so stieß er sie gegen die ausgestreckte Hand mit der Waffe.