7.3

Der Schuss traf knapp neben dem gefesselten Mädchen das Bett.

Pech und noch mal Pech, dachte Mann, während Staatssekretär vorsprang, direkt in die erneut zuschlagende Tür. Es gab ein dumpfes Geräusch, und er sackte zusammen.

Mann ging zu ihm und schnappte sich den Revolver, den Staatssekretärs ohnmächtige Finger umklammert hielten.

Absätze klapperten auf dem Marmor der Terrasse. Mann sah, dass die blonde Herrin von „Shangri-La“ verschwunden war.

Im Hof startete ein Motor.

Mann stand unschlüssig vor dem gefesselten Mädchen. Er wusste nicht, was er tun sollte. Niemand durfte entkommen, erst recht nicht Karin Block, doch mit einem lausigen Revolver konnte er schlecht gegen die hochgerüstete Hausmacht vorgehen …

Zwei Schüsse fielen, und vom Tor her bellte eine Maschinenpistole auf. Mann ließ, hinter der Wand in Deckung, die Jalousien hoch laufen und öffnete das Fenster. Vorsichtig beugte er sich hinaus. Auf dem Kiesweg zwischen Villa und Tor raste der tarngrüne Samurai-Jeep. Er hatte eine ungewöhnliche, eine blutige Kühlerfigur.

Paps.

Warum die Block ihr eigenes Personal niedermähte, war Mann ein Rätsel. Aber vielleicht war es andersherum? Vielleicht wollten ihm aus unerfindlichen Gründen Paps Hemingway und seine Mamma einen Teil der Arbeit abnehmen?

Piranhas unter sich. Mann mochte das nicht. Warum sich alle Welt nach Gewalt sehnte, würde er nie verstehen.

Mammas füllige quadratische Gestalt erschien auf dem Balkon des Dienstbotengebäudes. Er war gespannt, was sie unternehmen würde.

Die alte Frau zögerte keinen Augenblick. Sie knallte eine Granate in die Einfahrt. Der Einschlag kurz vor der Kühlerhaube brachte den Jeep zum Stehen. Die Fahrerin stieß ruckartig zurück und beging damit den letzten Fehler ihres Lebens. Denn nun rutschte Paps langsam vom Kühler und fiel wie ein nasser, roter Sack in den Sand. Der Jeep war seiner schützenden Galionsfigur beraubt.