7.4

„Wollen Sie wirklich behaupten“, fragte sie ihn, „dass Sie nicht wissen, wer ich bin?“

„Sollte ich?“

„Langsam glaube ich’s Ihnen … Sie lesen vermutlich keine Zeitungen?“

„Vielleicht die falschen. Das ‚Goldene Herz der Frau‘ habe ich jedenfalls vor’n paar Jahren abbestellt, kurz nach meiner Konfirmation, um genau zu sein.“

Karin Block lächelte und schwieg.

Mann schüttelte unwillig den Kopf. „Soll das hier’n Quiz werden oder geben Sie mir jetzt eine Kurzfassung Ihres erstaunlichen Lebenslaufs?“

„Sagen wir …“ Karin Block zögerte. Mann sah ihr an, dass sie es nicht gewohnt war, jemandem erklären zu müssen, wer sie war. „Also, sagen wir, ich besitze ein paar Firmen, die in den vergangenen Monaten bedauerlicherweise ins Gerede gekommen sind.“

„Pleite?“

„Nein, nein. Im Gegenteil. Wir hatten augenscheinlich zuviel Geld, und deshalb haben einige meiner Leute es mit vollen Händen unter die Politiker geworfen.“

„Illegale Spenden, Steuerhinterziehung? Den Staat kaufen! Zu dem Pack gehören Sie!“

„Wer wäre wohl so verrückt, ausgerechnet diesen Staat kaufen zu wollen! Nicht mal geschenkt würd’ ich den nehmen.“

Karin Block kippte ihr Gesöff, knallte das Glas auf die Theke und ging hinüber zu der samtblauen Sitzgruppe.

„Damit wir uns nicht missverstehen“, sagte sie dabei über die Schulter, „ich spreche natürlich von unserer deutschen Bananenrepublik. Mit Kalifornien wär’ das was anderes. Aber dafür reicht selbst mein Geld nicht.“