7.4

„Nein“, sagte sie. „Paps hasste Paul …“

„Wen?“

„Paul, das ist Winecks Vorname. Sie lesen wirklich keine Zeitungen. Naja. Paps jedenfalls hätte nie mit jemandem gemeinsame Sache gemacht, den er so verachtete.“

„Aber Sie waren es nicht, der mich hierher bestellt hat. Und Paps auch nicht …“

„Paps nannte mir eine Telefonnummer. Bei der habe ich dann angerufen und …“

„Geben Sie mir die Nummer!“ Mann hörte seiner eigenen Stimme die Aufregung an.

„Ich hab’ den Zettel hinterher weggeworfen.“ Karin Block sah ihn mit großen ehrlichen Augen an, viel zu ehrlichen Augen. „Zerrissen und im Klo runtergespült. Paps bestand darauf.“

„Sie lügen!“

„Ich lüge nicht, zum Teufel noch mal. Warum sollte ich Ihnen die Nummer nicht sagen, wenn ich sie noch hätte?“

Mann gab ihr keine Antwort darauf. Er wusste nicht, warum sie das tun sollte. Er wollte es auch nicht wissen. Ihm reichte, dass sie es tat. Sie log. Sie belog ihn, wie Gal ihn belogen hatte. Diese Sache war keine Privatsache mehr, keine Mordserie aus Geldgier und Leidenschaft. Diese Sache war größer, und zwar noch viel größer, als er heute Morgen gedacht hatte: nicht nur um’s große Geld ging es, sondern um Politik. Eine Bundestagsabgeordnete und ein Staatssekretär hatten in den letzten beiden Tagen dran glauben müssen, hier in Kalifornien! Und Block war in die Bestechungsaffäre verwickelt. Da hatte er Geber und Nehmer beisammen. So fern der Heimat konnte diese Häufung von Bonnern, Bonzen und Gewalt kein Zufall sein!

„Was für eine Art Staatssekretär war Wineck überhaupt?“ fragte Mann.

Karin Block sah ihn überrascht an. „Wie kommen Sie denn auf diese Idee?“