7.4

„Erzählen Sie mir, wer er war.“

Karin Block sah ihn amüsiert an. „Sie kennen Niedersachsen, nicht wahr, das kennen Sie doch?“

„Ungemein witzig.“

„Wineck war niedersächsischer Innenminister.“

„Ich denke, diese Herren reisen nicht ohne Bodyguard …“

„Das eben war sein Problem.“

„Die Bodyguards?“ Mann hatte das Gefühl, dass sie ihn verarschte.

„Nein“, sagte Karin Block, „dass er keine mehr hatte.“

„Weiter“, sagte Mann, „lassen Sie sich bloß nicht unterbrechen …“

„Gott, die Sache ist doch wirklich nicht kompliziert. Wineck musste letzte Woche zurücktreten. Wegen erklecklicher Summen, die er in bar als Spenden für die Partei kassiert hatte, in diesen billigen braunen Din-A5-Umschlägen, Sie wissen schon, und die er entweder gar nicht erst abgeliefert hatte oder wenn, dann nicht versteuert, oder was weiß ich. Jedenfalls hatten sie ihn am Kanthaken. Der Staatsanwalt, die Presse und obendrein die eigenen Parteifreunde. Die hat er ja nebenbei noch auf’s Kreuz gelegt.“

„Und daraufhin jettete er flugs hierher zu Ihnen?“

„Das habe ich Ihnen erzählt. Er verlangte von mir Hilfe, ich sollte meinen Einfluss geltend machen. Weil er sich rehabilitieren wollte. Sich weißwaschen. Für ihn war die Sache ziemlich ernst, er glaubte, seine Parteifreunde hätten ihn fallengelassen. Geopfert. Er traute denen zu, dass sie ihn sogar ins Gefängnis stecken würden. Obwohl ich das für übertrieben halte.“

„Wenn so jemand in’n Knast kommt für seine Gaunereien?“

„Nein, mein Lieber. Übertrieben finde ich die Angst von, wie Sie sagen, ,so jemandem‘, diese absurde Angst, es könnte auch nur die geringste Gefahr bestehen, dass er für seine Gaunereien mal ernsthaft bezahlen müsste.“

„Woher kannte Wineck Sie und Ihre kleinen Geheimnisse?“