7.4

„Wir hatten mal eine Affäre. Zwei Monate bumsen, zwei Jahre Ärger.“

„Okay. Und daraufhin wollten Sie ihn umbringen lassen.“

Karin Block nickte.

„Warum zum Teufel“, fragte Mann, „haben Sie nicht einfach bezahlt? Sie scheinen doch genug zu haben.“

„Weil der Mann kein Geld wollte. Jedenfalls nicht nur. Und weil er nicht mehr zurechnungsfähig war; vollkommen durchgedreht. Krank, Alkoholiker, labil. Ich konnte mir beim besten Willen nicht sicher sein, ob er nicht eines Tages doch auspackte. Aus dem blödsinnigsten Grund. Vielleicht, wenn irgendein linker Staatsanwalt aus der Provinz ihn mal vor Gericht zerrte. Oder falls ihm unsere Hamburger Scheckbuchjournalisten sehr viel Geld boten. Wie weit Wineck in seiner Verfassung gehen würde, hing nur vom Zufall ab. Der Mann war ein echtes Sicherheitsrisiko.“

„Wieso Risiko? Gerade haben Sie mir erzählt, dass einer wie Wineck immer geschützt wird. Da dürfte Leuten Ihres Kalibers erst recht keine Gefahr drohen, jedenfalls nicht von der irdischen Gerechtigkeit.“

„Ich bin kein Staatspensionär, ich muss Geschäfte machen, und in diesem Bereich kann so etwas … Ach, was erzähle ich Ihnen das, die Gefahrenabwägung müssen Sie schon mir überlassen!“

„Soll mir auch egal sein.“ Mann trank einen kräftigen Schluck Cognac. „Aber nicht egal ist mir, wer Wineck über meine Ankunft Bescheid steckte. Paps war ehrlich, sagen Sie; Mamma dann wahrscheinlich auch?“

Karin Block nickte.

„Sie selbst haben es denen nicht erzählt, da sind Sie sicher? Ich meine, Sie haben sich nicht vielleicht mal verquasselt oder denen mit irgendetwas gedroht?“

Karin Block schüttelte den Kopf.

Mann grinste sie an. „Dann müssen die beiden wohl Hellseher gewesen sein!“