7.5

Piepen wie bei einem Anrufbeantworter zeigte die nächste Aufnahmeperiode an:

Die Schlafzimmertür fiel wieder ins Schloss. Die Stimmen eines Mannes und einer Frau, Karin Block und Paul Wineck. Das Geräusch ihrer Körper, die einander berührten, das Rascheln und Knistern von Kleidung, das Wippen des Bettes, sinnloses Gestöhne, obszöne Aufforderungen, mehr Stöhnen …

Mann schaltete ab. Er war genauso klug wie vorher. Das Telefongespräch, mit dem er gerechnet hatte, war nicht auf dem Band!

Warum nicht?

Natürlich nicht!

Er hätte sich ohrfeigen können. Wie hätten Wineck und Dori über ihn Bescheid wissen können, ohne die Kassette abgehört zu haben! Im Zweifelsfall hatten sie das Band danach wieder zurückgespult! Alles, was er wissen wollte, war also bereits überspielt, gelöscht!

Er begann das Zimmer systematisch zu durchsuchen. Karin Block beobachtete ihn dabei. Sie lag immer noch auf dem Boden, aber jetzt grinste sie. Er fand nichts außer einer zweiten Kassette, funkelnagelneu in ihrer Plastikhülle eingeschweißt. Pech gehabt! Mal wieder!

Harry Mann zog den obersten Schubkasten ganz aus der Rokoko-Kommode und schlug ihn an die Wand, bis das Holz zersplitterte.

Dann drehte er sich langsam um und lächelte freundlich. „Vielleicht“, schlug er vor, „sollten wir den Sender suchen?“

„In Ordnung“, sagte Karin Block.

Sie marschierten im Gänsemarsch hinüber in das Zimmer, in dem er seine Auftraggeberin als verschnürtes Päckchen, fertig zur Beseitigung, vorgefunden hatte.

Mamma lag noch auf dem Bett. Sie hatte sich auf den Rücken gedreht und schaute sie beide böse an. Mann überlegte, ob er ihr das Handtuch vors Gesicht binden sollte, sah dann aber einfach weg.