7.5

Während Karin Block ihren Nachttisch durchkramte, betrachtete er die Leiche von Staatssekretär, starrte in die weiten offenen Augen, auf den großen roten Fleck in der Mitte seines Körpers und auf die kleineren in der Brust, in der rechten Schulter, in beiden Beinen. Es war Wahnsinn; ein Wahnsinn, der nicht dadurch normaler wurde, dass sich alle daran gewöhnt hatten.

Karin Block machte sich jetzt hinter dem Bett zu schaffen. Mit einem zufriedenen „Ha!“ drehte sie sich zu ihm um.

„Das wär’s!“ sagte sie und hielt ihm einen dunklen metallenen Gegenstand von der Größe einer Tonbandkassette hin. „Ich schlage vor, wir gehen runter und trinken noch einen.“

Mann nickte, wunderte sich einen Augenblick, woher ein Polit-Fuzzi wie Wineck das Know-how und die Hardware für einen solchen Abhörjob hatte, vergaß aber diese Frage wieder, während sie die Treppe hinab stiegen und seine Augen und seine Phantasie der schmalen Gestalt in den weiten hellen Shorts und der karierten Leinenbluse folgten.

Karin Block verschwand hinter der Bar, holte Eis aus dem Kühlschrank und goss sich einen ein. Ihm reichte sie die Flasche Remy.

„Harry …“ Sie schenkte ihm ein Lächeln, das direkt aus einem Werbespot zu kommen schien. „Ich darf dich doch Harry nennen?“

„Sicher, Karin.“

„Du überlegst dir jetzt, wie du an Herlois herankommen kannst, nicht wahr?“

„Warum sollte ich das wollen, deiner Ansicht nach?“

„Weil Herlois der Mann ist, dessen Nummer mir Paps gegeben hat.“ Sie machte eine vielsagende Pause. „Vielleicht können wir uns im Guten einigen. Du weißt, eine Hand wäscht die andere …“

„Aber die Nummer hast du ja leider nicht mehr …“