7.5

„Warum holst du dir solche Leute ins Haus?“ fragte er, für einen Augenblick ehrlich betroffen.

„Paps war ein Schulfreund von meinem Vater. Und wovon lebe ich denn? Leute wie Paps haben die Dreckarbeit gemacht, und Leute wie meine Eltern haben kassiert. Dass ich mir diese Gestalten suche, sie durchfüttere und mich von ihnen beschützen lasse, ist eben meine Art von Vergangenheitsbewältigung, Do-it-myself-Psychoanalyse. Paps hat das sehr schnell kapiert. Solche Leute denken mit dem Bauch.“

„Und ich“, fragte er, „wie passe ich in deine Pläne?“

„Du, Harry, gefällst mir. Dich kann ich brauchen.“ Dabei musterte sie ihn so kühl, als kalkuliere sie eine kurzfristige Investition mittlerer Größenordnung.

Er erwiderte ihren Blick, dann sah er weg. Sie hatte ihn.

Harry Mann dachte an Staatssekretär und Dori und Paps, und er dachte an die „Stimme“. Er war knapp davongekommen; auf Abruf, denn lange Tag hatte ihm eine vage Spur gebracht, einen Namen: Herlois.

Doch Karin Block hatte nicht nur ihn, er hatte auch sie. Solange sie noch allein waren jedenfalls. Sie war schön, sie war rücksichtslos, und sie kannte den Weg zu Herlois. Vor allem aber wusste sie, dass Harry Mann zuviel wusste.

Dass er ihr Leben gerettet hatte, half ihm nicht.

Sie oder er.

Er musste dieses Problem bald lösen. Aber nicht jetzt. Wenn er tat, was sie wollte, würde sie ihn nicht sofort töten lassen. Zwei Männer waren ihr heute abhanden gekommen, Paps für die harten Probleme, Staatssekretär für die feuchten Träume. Ihre Augen verrieten, was sie dachte: dass es praktisch wäre, für beide Fälle nur einen neuen Mann zu engagieren. Harry Mann.

„Nun?“ fragte sie.

Er schwieg.

„Bleib bei mir, Harry“, sagte sie schließlich ohne jeden bittenden Unterton.