8 Ein schwarzer Heiligenschein

Die abgestandene heiße Luft in dem fensterlosen Bunker stank nach Benzin und Abgasen. Als Harry Mann ausstieg, gab er sich alle Mühe, den diversen Videokameras seinen Hinterkopf zu zeigen. An den farbig gekennzeichneten Ausgängen der Tiefgarage hingen Pläne des weitläufigen Komplexes. Apartment 156 lag über Eck im Nordteil des inneren Hofs, direkt zwischen den Barbecues und einem der schmalen Arme des Pools, in denen sich das Quadrat des Freizeitareals schwimmend umqueren ließ.

Dort hinzufinden, bereitete Mann einige Schwierigkeiten. Die verschiedenen Flügel der Pinewood Apartments versteckten sich in einer exotischen Parklandschaft, deren Grundriss auf gemütliche Unübersichtlichkeit angelegt war. In den verschachtelten Betongängen des Häuserlabyrinths hallten seine Schritte unangenehm laut. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, hinter wenigen Fenstern brannte noch Licht.

Nach vielen Umwegen, die ihn Treppchen auf und Treppchen ab durch die aufwendige Gartenarchitektur geführt hatten, stieß Mann endlich auf das innere Viereck des Komplexes. Das Freizeitareal war fast taghell erleuchtet und ebenso leer und ebenso anheimelnd wie eine Transitkontrollstelle um diese Zeit. Niemand schwamm in dem riesigen Pool und seinen polypenartigen Seitenarmen; keiner grillte an dem guten Dutzend Barbecues; nur in dem dampfenden Jacuzzi am anderen dunkleren Ende des Vierecks hockte ein Paar. Die beiden waren um die Fünfzig, hielten Gläser in der Hand und plauderten leise lachend. Am Rand des Beckens stand eine Flasche Champagner.

Hinter den geschlossenen Gardinen des Terrassenfensters, das zu Apartment 156 gehören musste, schimmerte Licht. Herlois war daheim. Mann stieg über das niedrige Gitter, das die Gartenfläche von den Betonwegen trennte, und schlich im Schatten der Pflanzen hinüber zu der Terrasse.