8 Ein schwarzer Heiligenschein

Mann wandte sich ab. Er wusste um seinen weißen Hintern und sein wenig attraktives Alter. Es würde keinen Sinn haben, dachte er und musste über den Gedanken lächeln, die Freundschaft des perversen Paters zu suchen. Wie die Dinge lagen, verließ er sich am besten auf sein Glück und rohe Gewalt.

Das Paar im fernen Jacuzzi planschte etwas heftiger. Ein Rest von Moral hatte sich halten können. Auch in Kalifornien trieb es die Mittelklasse vorwiegend mittelmäßig und nicht zu weit.

Harry Mann richtete seinen Blick wieder auf das Geschehen im Apartment. Der Living room war in hellen cremigen Farben eingerichtet, ein dicker plüschiger Teppich bedeckte den Boden von Wand zu Wand; es gab ein voll gestelltes Bücherregal, eine offene Küchenbar und die unvermeidliche Sitzecke, die perspektivisch auf den Fernseher ausgerichtet war und auf der sich jetzt der nackte Knabe krümmte und quälte.

Harry Mann spürte eine plötzliche Sympathie für die ängstlichen Versuchungen und Ausschweifungen des Pater Herlois. Sex zu Zeiten der neuen Pest. Lustloses Überleben. Die Moralapostel schwammen oben wie die Fettaugen.

Die Bewegungen des Jungen wurden schneller, verzweifelter.

Mann hörte ein leises Klingeln.

Herlois hob die Hand, stand auf und ging zu dem Wandtelefon neben der Küchenbar. Er lauschte lange in den Hörer und sprach selbst wenig. Dann blickte er auf die Armbanduhr, nickte mit einer grunzenden Mundbewegung und hing ein. Er sagte etwas zu dem Jungen, der daraufhin seine Arbeit von neuem begann. Eiliger, wie es Mann schien. Der fette Pater nahm wieder seinen Spannerposten in dem Ledersessel ein.

Nur zwei, drei Minuten später bäumte sich der Körper des Knaben auf. Sein schaulustiger Liebhaber warf ihm eine Schachtel Kleenex zu. Der Junge wischte sich unwillig über den Oberkörper, stand auf und verließ den Living room durch die linke der beiden Türen. Sie führte, wie Mann kurz sehen konnte, ins Schlafzimmer.