8.2

„Lass uns reden!“ sagte der fette Pater und strahlte Harry Mann an.

„Worüber?“

„Über das, was du weißt.“

„Was hätte ich davon?“

„Nichts, natürlich. Aber es handelt sich um die letzten Stunden deines irdischen Daseins. Ich möchte sie dir so angenehm wie möglich gestalten. Magst du einen Cognac?“

Mann schüttelte den Kopf. Seine Lage wurde mit jeder Minute verzweifelter, denn mit jeder Minute, in der ihm kein Zufall zu Hilfe kam, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass nichts mehr ihn retten würde.

Gal. Er stellte sich die Liebhaber vor, die sie nach seinem Tod haben würde. Sie würden von dem Geld leben, für das er gemordet hatte und für das er jetzt starb.

„Vielleicht möchtest du wissen, wie du in diese unglückliche Situation geraten bist?“

Mann rührte sich nicht, und Herlois erwartete auch keine Antwort. Er sprach sofort weiter.

„Also gut, aber bitte verbessere mich, wenn ich einen Fehler mache, vieles weiß ich ja auch nur aus dritter Hand, manches musste ich gar erraten.“

Herlois nippte an seinem Cognac und schob so eine dramatische Pause ein, die Mann an Wolfs Art erinnerte, Geschichten zu erzählen. Wie in allem übertrieb sein Erpresser hierbei. Die Pause war entschieden zu lang, um die Spannung zu halten. Harry Mann lehnte sich in den Polstern zurück. Er spürte, dass Ruhe in seine Gedanken kam.

„Angefangen haben unsere gemeinsamen Probleme, soviel ist sicher“, fuhr Herlois endlich fort, „vor drei Wochen mit dem Mord an Rudolf Kelling. Ihn kannte ich gut, er war ein armes Schwein, geldgierig und dabei nicht sonderlich intelligent. Das musste eines Tages schiefgehen. Magst du mir nicht ein wenig von den Einzelheiten verraten?“