8.2

Herlois wälzte seine Fleischmassen aus dem Sessel und baute sich etwas ratlos vor Mann auf. Ein Geräusch verriet, dass von außen geöffnet wurde. Herlois hatte einen Fehler begangen. Nachdem Mann ihm wie geplant in die Falle gegangen war, hatte er vergessen, die Eingangstür wieder zu verschließen.

Aus dem Flur kamen unverständliche spanische Laute, gemischt mit dem Klappern eines der Wäschewagen, auf denen die Zimmermädchen ihre Besen und Eimer von Apartment zu Apartment schepperten.

Herlois rief: „No moleste!“ und ging ein paar Meter in Richtung Flur.

Mann stand auf. Herlois wirbelte herum und richtete die Waffe auf ihn.

„Hinsetzen!“ zischte er.

„Warum?“ sagte Mann laut. „Wird sonst das Zimmermädchen gleich mit abgeknallt?“

Der fette Pater machte ein paar Schritte, die Hand mit der Pistole halb auf dem Rücken.

„Out!“ brüllte er. „Raus! No moleste!“

Sein Körper in dem rutschenden gelben Badetuch bot einen lächerlichen Anblick.

Erst jetzt fiel es Mann auf, dass zwei Uhr nachts eine verdammt ungewöhnliche Tageszeit für den Routinebesuch eines Zimmermädchens war. Herlois schien zu nervös und zu durcheinander, um sich darüber zu wundern.

Unentschlossen sah er zwischen Mann und der Tür hin und her, dann drehte er sich zum Flur, um dem Eindringling die Sicht in den Wohnraum zu versperren. Dabei rief er: „No! No!“ und winkte mit der freien rechten Hand herrisch der unsichtbaren Person, sie solle verschwinden.

Sekunden später nahm sein Profil den Ausdruck vollständigen Erstaunens an. Er schien erkannt zu haben, wer gekommen war.

„Sie!“

Schneller, als Mann ihm folgen konnte, stürmte er in den Flur.