8.2

„Was zum Teufel …“

„Pistole weg!“

Die Worte des Zimmermädchens gingen in einen schrillen Schrei über, einen Schrei, der tief in Harry Manns Hinterkopf eine unscharfe Erinnerung weckte. Mit einem Satz war er im Flur.

Herlois hatte sein Handtuch verloren. Einem nackten Preiscatcher gleich, würgte der Pater mit dem rechten Arm das sich verzweifelt windende Zimmermädchen in einer verunglückten Art von Schwitzkasten, während die linke Hand mit der Pistole auf den eingeklemmten Kopf seiner Gegnerin einschlug.

Der Anblick des Gewirrs aus halblangen pechschwarzen Frauenhaaren und faltigem Altmännerfleisch verblüffte Harry Mann. Einen Augenblick, einen kurzen Augenblick, den er sein Leben lang bereuen würde, zögerte er. Dann wusste er, wessen Kopf in Herlois’ Umklammerung um Luft kämpfte, wessen Würgen er hörte.

Noch bevor Mann das ringende Paar erreicht hatte, stöhnte der fette Pater tief auf. Blut spritzte auf den Boden, an die cremfarbenen Wände, und es tropfte auch auf den weiten blauen Kittel und die weißen Glieder, die aus ihm hervorschauten. Zugleich war fürchterlich laut das Knacken eines Knochens zu hören. Eine Hand, die irgendwo hinter Herlois’ Fleischmassen verborgen gewesen war, sackte leblos herab.

Mit großen verwunderten Augen gab Herlois den eingeklemmten Nacken frei. Die Frau in dem blauen Kittel rutschte zu Boden und blieb, das Gesicht in den Teppich versunken, bewegungslos und mit verdrehtem Hals liegen.

Jetzt hörte Mann seinen eigenen Schrei. Alles in ihm rebellierte. Hilflos, ohne eingreifen zu können, starrte er auf die Bilder, gefrorene Sekunden, die sein Verstand nicht glauben mochte.