8.3

Die Sonne stand steil über der Terrasse des Penthouse. Harry Mann war todmüde, aber er konnte nicht schlafen. Ein Gefühl hielt ihn wach, das er nicht kannte. Es musste Trauer sein. Trauer um Gal. Solange er lebte, würde er das Knacken, das fürchterliche Knacken nicht vergessen. Das war so sicher wie das Amen, das man demnächst bei seiner Beerdigung sprechen würde. An seinem Grab. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach führte er inzwischen mehr als eine Abschussliste an.

Karin Block war hinter ihm her, das FBI, die deutsche Polizei und der Teufel wusste, welche dunklen Kanzlermächte.

Wenn er die Augen schloss, sah Harry Mann den verdrehten Körper auf dem cremfarbenen Boden liegen, in dem weiten blauen Kittel eines Zimmermädchens. Sein eigenes Überleben war ihm darüber seltsam gleichgültig geworden. Nur um den verdrehten Körper nicht sehen zu müssen, behielt er die Augen offen, starrte in die grelle Sonne und lauschte dem Straßenlärm, der immer noch einen vergeblichen Kampf gegen die Kinder der britischen Rockmusiker kämpfte.

Irgendwann klopfte es an der Tür der Suite. Einen Augenblick pochte sein Herz im Rhythmus des Klopfens. Es war eine lange Nacht gewesen, und sie wollte nicht zu Ende gehen.

Er wickelte sich in ein Badetuch und öffnete. Es war das dürre Zimmermädchen. Wie gestern steckte die Kleine bis zu den Knien in dem viel zu weiten, Nylonhänger, dieser Standarduniform der kalifornischen Zimmermädchen. Die junge Mexikanerin lächelte unsicher und schob sich mit Besen und Eimer an ihm vorbei.