8.3

Mann sah weg. Er konnte keine blauen Kittel sehen.

Er liebte blaue Kittel.

Ohne zu überlegen, ging er zu seinem Jackett, das er über die Lehne des Schreibtischstuhls geworfen hatte. Er nahm fünf Hundertdollarscheine heraus und hielt sie der Kleinen hin.

Sie sah ihn verständnislos an, aber als er grinste und die Augenbrauen hob, wusste sie, was er wollte. Ihr zögernder Blick ließ erkennen, was sie dachte: Sie hatte einen, den sie liebte, doch 500 Dollar, das war ein halber Monatslohn …

Nach einer kleinen Endlosigkeit begann die Mexikanerin, den blauen Hängekittel aufzuknöpfen. Mann schüttelte den Kopf und zeigte auf das unbenutzte Bett. Sie ging hinüber, zerrte die Tagesdecke beiseite und setzte sich unbeholfen. Er gab ihr das Geld, und sie steckte es in die Seitentasche des Hängers. Dann sah sie ihn fragend an.

Er drückte sie auf das Laken, fuhr mit beiden Händen in ihren Kittel und wollte sie küssen. Sie wandte das Gesicht ab.

„No kiss“, sagte sie, „only love.“

Es war ihm egal. Er schob den blauen Kittel hoch und zog den weißen Slip über die Knie. Die Haut war großporig, und an den Hüftknochen konnte man sich verletzen. Aber die dürre Frau war warm, und sie trug den blauen Kittel.

Als er in den Körper eindrang, der sich unter ihm versteckte, war es nichts, und es war alles. Er musste schlucken, ein schaler tauber Geschmack nach Cognac in seinem Mund erinnerte ihn an das, was gestern Nacht in den Pinewood Apartments geschehen war. Seine Gedanken kreisten um einen absurden Namen: „Europäischer Verein zur Förderung grenzüberschreitenden Denkens“. Eine verdammt scheinheilige Fassade für einen Laden, dessen Chef im Nebenberuf die Beseitigung missliebiger Gottesgeschöpfe betrieb.

Kein linker Lästerer hätte sich das besser ausdenken können. Seit dem Morgen, an dem er das Schreiben von „Schlosser, Rulow & Co.“ im Briefkasten gefunden hatte, ging das so in einem fort: Die Wirklichkeit schlug die Phantasie.