8.3

War nun, da Gal und die „Stimme“ tot waren, alles vorbei?

Niemals.

Herlois konnte nicht mehr als ein kleines Licht gewesen sein. Einer, der die Dreckarbeit erledigte. Was Mann brauchte, um zu überleben, war die Wahrheit. Wenn er sich aus Karin Blocks Händen befreien wollte, bevor er Jack the Ripper Konkurrenz machte, musste er herausfinden, was hinter der Sache wirklich steckte, die Details, die Wineck und Dori gewusst hatten; dann musste er dieses Wissen als Lebensversicherung benutzen. Und er musste es geschickter anfangen als die beiden.

Harry Mann stützte sich mit der rechten Hand auf dem Bett ab und fuhr mit der linken zwischen die Knöpfe des blauen Hängers, bis er die halbleere Schale des steifen BHs gefunden hatte. Das dürre Mädchen lag unter ihm, als wäre es festgenagelt. Er konnte sich nicht konzentrieren, und er war kaum noch erregt. Der Griff nach den winzigen Brüsten half da wenig.

Als erstes würde er das Tonband mit Karin Blocks Telefonaten und Liebesnächten in Sicherheit bringen. Nach Berlin. Am besten per Expresspost. Er würde es an jemanden schicken, der mit der ganzen Angelegenheit nichts zu tun hatte. Der nichts von Block & Co. wusste.

An Peter.

Und er selbst musste auch zurück nach Berlin. Die einzige Spur, die er hatte, um seinem ganz persönlichen Anteil am grassierenden Wahnsinn ein Ende zu bereiten, war Helois’ seltsamer Verein.

Er spürte, dass in seinem Unterleib nicht mehr viel los war. Er musste sich konzentrieren. Aber er konnte sich nicht konzentrieren, solange er die ängstliche Miene sah, die das dürre Zimmermädchen zu seinen Anstrengungen machte. Dieses Gesicht verdarb jedes Vergnügen.