9 Nichts als die Wahrheit

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Halbwegs verständlich geworden war ihm die Beziehung zwischen Karin Block und Pater Herlois auf der einen, Paul Wineck, Professor von Brauchangen und dem unbekannten „hohen Politiker“ auf der anderen Seite: ein Fall von gewöhnlicher Korruption.

Aber das große Ganze ergab noch keinen Sinn.

Karin Block hatte ein halbes Dutzend Morde in Auftrag gegeben. Warum?

Mehr musste hinter der Sache stecken, viel mehr, als er sich bislang zusammengereimt hatte.

Das begann schon mit dem Anfang. War er wirklich nur zufällig in dieses Komplott geraten, weil er an jenem Freitagabend in Kellings Bungalow der richtige Mann zur falschen Zeit gewesen war? Und was überhaupt hatten Rudolf Kelling und Irene Hexter, die ihn bei dem unseligen Abendessen vor drei Wochen zur Beteiligung an ihrem kleinen Import-Export-Betrug hatten überreden wollen, mit Karin Block und dem millionenschweren Parteispenden-Schwindel zu tun?

Nichts, soweit Harry Mann wusste.

Und doch existierten zwei auffällige Verbindungen.

Zum einen gab es da den dubiosen Fritz Schlosser, dem die Firma gehörte, in der Kelling gearbeitet und seine illegalen Nebengeschäfte abgewickelt hatte. Und dieser Chef von „Schlosser, Rulow & Co.“ war zugleich Ehemann der Bundestagsabgeordneten Maria Schlosser, aus deren Munde Harry Mann zum ersten Mal den Namen Herlois gehört hatte!

Das allein war schon mehr Zufall, als Mann akzeptieren konnte.

Und ein zweites Bindeglied war nicht zu übersehen: Gallathea Kelling, geborene Schmidt.

Seine Gal.

Über ihre Rolle in diesem Glückspiel, dessen Joker er gewesen war, wusste er noch weniger als wenig.