9 Nichts als die Wahrheit

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„Woher kam eigentlich die Kohle für all das Zeug?“ Magnus’ Augen hatten einen begehrlichen Glanz.

Lang zuckte mit den Achseln. „Das frage ich dich. Von Kellings Gehalt jedenfalls nicht. Der fuhr zwar jeden Monat einen Haufen mehr ein, als ich verdiene …“ Lang machte eine alles umfassende Handbewegung: „… aber lange nicht genug für das hier.“

Er zog einen der Stühle heran und platzierte sich so gegenüber Magnus, dass er an ihm vorbei und hinaus in den Garten sehen konnte. Draußen nieselte es in einem fort. Das typische September-Sauwetter.

„Jetzt erzähl mir endlich“, sagte er mit einer Gleichgültigkeit, die ihn viel Anstrengung kostete, „warum wir hierhergefahren sind.“

„Ich habe etwas mit dir zu besprechen“, sagte Magnus, „ernsthaft und ungestört.“ Er setzte ein melodramatisch-wichtiges Gesicht auf, über das Lang insgeheim lächeln musste. „Du glaubst“, fuhr Magnus fort, „dass dieser Harry Mann hinter der Mordserie steckt, nicht wahr?“

„Immerhin ist er der einzige Teilnehmer von Kellings letzter Abendeinladung, der noch unter uns Lebenden weilt.“

„Falls er’s tut“, sagte Magnus.

„Wie kommst du darauf?“

Magnus zuckte mit den Schultern. „Nur so. Ich meine, wir wissen es nicht. Vielleicht sind wir hinter dem Falschen her. Vielleicht ist Harry Mann genauso ein Opfer wie all die anderen.“

„Das werden wir sehen, wenn wir ihn haben.“ Lang sagte es leichthin, aber er spürte schon, dass Magnus genau das verhindern wollte.

„Du weißt wahrscheinlich“, sagte Magnus, „dass ich gewisse Verbindungen …“

Lang nickte. Sie arbeiteten beide zum ersten Mal zusammen, doch er wusste es.

Magnus stützte seine Arme auf dem Glastisch ab. „Wir stehen hier vor einem Problem.“