9 Nichts als die Wahrheit

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„Der Antas ist ein Idiot. Wenn er bei Verstand wäre, könnte er einen Haufen Spaß haben. Dich machen wir zum Verbindungsmann zu BKA und Interpol … Wichtiger Posten, viele Dienstreisen ins Ausland …“

Lang nickte, ohne es zu wollen.

„Kommen wir zu den Einzelheiten. Da wären zunächst die Ermittlungsergebnisse, die wir schon in den Akten haben …“

„Der Füller zum Beispiel“, sagte Lang. „Er ist im Fahrstuhl des Kempinski gefunden worden. Womit bewiesen wäre, dass Harry Mann sich in der Nacht der Morde an Hexter und ihrem Chauffeur am Tatort befand.“

„Nichts beweist der Füller, das weißt du genau“, sagte Magnus. „Er ist uns schließlich erst ein paar Tage später zugeschickt worden. Und obendrein anonym. Die Angaben des unbekannten Absenders, wo und wann er das Ding aufgelesen habe, können falsch sein. Vielleicht wurde uns das Ding ganz gezielt untergeschoben, um diesen Harry Mann zu belasten und von den wirklichen Tätern abzulenken …“ Magnus stand auf und stellte sich vor die Terrassentür. Er sprach mit dem Rücken zu Lang: „Und genauso war es wohl auch. Mann jedenfalls hat seinen Füller bereits mehrere Tage vor den Morden beim BVG-Fundbüro als verloren gemeldet.“

„Seit wann weißt du das?“

Magnus zuckte mit den Schultern. „Schon eine ganze Weile.“

„Und warum erfahre ich das erst jetzt?“

„Weil es jetzt erst opportun ist“, sagte Magnus.

Lang spürte die Wut in sich hochsteigen. Er starrte böse auf Magnus’ schmalen, leicht gebeugten Rücken, den Rücken eines typischen Schreibtischtäters, und schwieg.

„Bleibt noch die Beute in Manns Keller“, sagte er nach einer Weile.

„Welche Beute?“ Magnus’ Stimme klang amüsiert.

„Welche Beute? Die Sachen, die beiden Kellings gestohlen worden sind. Der Schmuck, den du eigenhändig … entdeckt hast!“