9 Nichts als die Wahrheit

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„Habe ich das? Ich kann mich an nichts erinnern. Und Protokolle existieren darüber nicht.“ Magnus schaute noch immer hinaus auf die Terrasse und den blauen Pool, in den gerade dicke Regentropfen platschten.

Lang schloss die Augen, lehnte sich zurück und wippte mit dem Stuhl. Das war eine Situation, die er nur aus halbvergessenen Alpträumen kannte, aus Horrorvisionen, die ihn seit den frühen siebziger Jahren nicht mehr heimgesucht hatten, als alle Welt sich links gab und seine besten Freunde ihn als Staatsbüttel und Kapitalistenknecht beschimpften, weil er das Studium abgebrochen hatte und in den Polizeidienst getreten war.

„Du willst mir nicht verraten, worum es bei dieser Angelegenheit wirklich geht?“ fragte er ohne Hoffnung.

Magnus wendete sich endlich um und schüttelte freundlich den Kopf.

Hauptkommissar Lang spürte, dass eine lange ersehnte Ruhe in seinen Kopf einzog. Im Grunde ahnte er schon seit einigen Jahren, wie alles kommen würde. Jetzt hatte er keine Wahl mehr.

Immerhin war es ein vergoldetes Ende seiner Illusionen. Auf einen eleganteren Ausweg konnte er nicht hoffen.

„Mit meinen Beförderungen“, sagte er, „beginnt ihr am besten möglichst bald.“

„Keine Angst“, lächelte Magnus.

Lang stand auf, und beide Männer verließen das Haus auf demselben Weg, den sie gekommen waren.

„Eins interessiert mich wirklich …?“ fragte Lang, während sein Begleiter die drei Schlösser sorgsam wieder verschloss.

Magnus nickte ihm auffordernd zu.

„Was bekommst du dafür“, sagte Lang, „dass du von deinen Pflichten so großzügig absiehst?“

„Pflichten?“ Magnus lachte. „Oweiha, das tut weh! Wenn ich erst einmal anfangen würde, meine Pflichten zu tun, wäre kein Ende abzusehen.“

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