9 Nichts als die Wahrheit

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Schlicht und einfach der Super-Scoop.

Wolf Reym erwischte sich dabei, dass er unruhig mit den Füßen auf und ab trippelte und dabei gleichzeitig mit zwei Fingern in der Nase bohrte. Er warf einen schnellen Blick auf das Parterrefenster zu seiner rechten Seite. Die schlanke Lehrersgattin mit dem festen Arsch, den er schon so lange vögeln wollte, observierte ausnahmsweise einmal nicht das Straßengeschehen. Wahrscheinlich mangels Masse.

„Kommt Zeit, kommt’n Horn auf jeden Studienrat“, murmelte Reym.

Eigentlich war er guter Laune. Denn eigentlich war er ein Glückskind. Den Kontakt zu den alten Freunden nicht abreißen zu lassen, hatte sich ausgezahlt; obwohl es recht nervig war, die schluffigen Gestalten aus seiner Berliner Vergangenheit auszuhalten. Und dies in wahrlich jedem Sinne, wenn er an Harry Mann dachte und das öde Wochenende, das er mit ihm vor vierzehn Tagen verbracht hatte: Ertragen musste man diese Gespenster einer überlebten Zeit, und obendrein musste man sie noch durchfüttern.

Harry Mann und Peter Talmer, das waren zwei Tröten, die passten so richtig zusammen!

Wolf Reym konnte sich heute kaum mehr vorstellen, warum er all die Jahre mit den beiden in der Wohngemeinschaft durchgestanden hatte. Aber wie langweilig seine Ex-Freunde in ihrem Berliner Reservat auch dahinvegetierten, jenseits vom großen Strom der Zeit, für eine Überraschung waren sie immer wieder gut.

Zu gerne hätte er gewusst, woher ausgerechnet Peter so enge Verbindungen zu Deutschlands reichster Erbin besaß. Auf du und du mit dieser medienscheuen Millionärs-Zicke! Wie der versyphte Penner das geschafft hatte, war Wolf Reym ein Rätsel. Ganz sauber konnte es dabei nicht zugegangen sein. Entsprechenden Fragen wich Peter bezeichnenderweise mit einer Hartnäckigkeit aus, die mehr als verdächtig war.