9 Nichts als die Wahrheit

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Als Wolf Reym sich in den unbequemen Rücksitz aus japanischem Hartplastik fallen ließ und ruhig Luft holte, bemerkte er, dass sein Gesicht klitsch naß war, und das nicht nur von dem fisseligen Nieselregen.

Der Kreislauf. Da! Prompt kamen schon wieder die Herzstiche. Eines Tages würde er noch mal umkippen. Wegen irgend so eines Idioten.

Eine Schande, eine gottverdammte Schande war es, wie er sich abstrampeln musste, um seine wunderschöne Eigentumswohnung abzuzahlen.

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In den vergangenen drei Wochen, hämmerte Harry Mann mit müden Fingern in die Tastatur, haben Gal und Pater Herlois mich, den harmlos-rücksichtslosen Hinterhofler, Mord für Mord dazu benutzt, um all diejenigen aus dem Wege zu räumen, die im Falle eines Falles Karin Block hätten belasten können.

Was auch immer Rudolf Kelling und Irene Hexter mit Karin Block und ihren Machenschaften zu tun hatten, sicher ist, dass nach dem Aufsehen, das diese drei Morde erregten, den Organisatoren der Säuberungsaktion ein Ortswechsel angeraten schien.

Kalifornien bot sich an, weil Paul Wineck und jene „Dori“, deren Nachnamen ich nicht einmal kenne, unverdächtig auf Karin Blocks dortigen Besitz bestellt werden konnten. Zudem hielten es die Beteiligten vermutlich für geschickt, die restlichen Mitwisser möglichst weit ab vom bundesdeutschen Schuss zu beseitigen, in einem Land, wo die Parteispendenaffäre so exotisch und so unwichtig war wie Zulu-Politik.

Harry Mann stand stöhnend auf, streckte sich und ließ sich in einen der beiden wuchtigen Besuchersessel sinken. Eine kleine Pause konnte nicht schaden. Er schob gähnend die Beine über die linke Lehne. Unendlich müde war er und hatte doch Angst, einzuschlafen.

Wovon würde er träumen, sobald er das Bewusstsein verlor?

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