9 Nichts als die Wahrheit

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Die Hexter und ihre Kinder! Mit jedem Jahr waren sie jünger und ihre Aufgaben unappetitlicher geworden. Svennie, dritter und letzter in der Reihe seiner Nachfolger, hatte er nicht mehr kennengelernt. Ob der sie auch noch …?

Peter Talmer schüttelte es ein wenig.

Vielleicht hätte er Irene retten und Harry vor viel Mord und Totschlag bewahren können, wenn Gal ihn früher eingeweiht hätte?

Aber das hatte ihre Geldgier natürlich verhindert. Erst als sie bis zu den recht breiten Hüften in der Patsche saß, war sie zu ihm gekommen, damit er sie nach Los Angeles begleitete – gegen entsprechendes Entgelt, verstand sich – und ihr dort half, Harrys dilettantische Aktivitäten abzuschirmen.

Da jedoch waren die Weichen bereits gestellt gewesen. Mehr als Schadensbegrenzung hatte er nicht mehr versuchen können.

Und nicht einmal die war ihm geglückt.

An der Tür zu Karin Blocks Suite hing ein “Bitte nicht stören”-Schild.

Vorbei war vorbei. Hauptsache, er hatte überlebt.

Er und Karin Block.

Peter Talmer klopfte, und als niemand antwortete, drehte er an dem Knauf. Die Tür war nicht abgeschlossen.

*

Harry Mann schreckte hoch. Beinahe wäre er eingeschlafen. Durch die Jalousien schimmerte das erste Licht. Er musste sich wach halten, um seinen Bericht zu Ende zu bringen. Doch im Augenblick wusste er nicht weiter, und sein Körper wollte nur schlafen. Der klassische Konflikt. Dazu fiel ihm, keine Ahnung, warum, einer von Wolfs Lieblingssprüchen ein:

„Ob es allen so geht wie uns, dass sie nur wissen, was sie nicht wollen?“

Harry Mann konnte sich gut an den Tag erinnern, als Wolf diese Weisheit das letzte Mal von sich gegeben hatte. Peter und er hatten brav genickt, Anne hatte weggeschaut. An jenem Abend vor bald zehn Jahren. Am nächsten Morgen hatte sie ihn für immer verlassen.