9 Nichts als die Wahrheit

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Karin Block hatte zu jener Zeit gerade erst das Erbe des größten deutschen Privatvermögens angetreten und wurde von immensen Steuerproblemen und einigem Unwillen geplagt, was die sozialliberale Umgestaltung der Republik betraf.

Fritz Schlosser, der Brauchangen und Block miteinander bekannt machte, fristete damals, nachdem seine kaufmännischen Lehrjahre in einer der Blockschen Firmen mit einer gutdotierten Trennung „in beiderseitigem Einvernehmen“ geendet hatten, sein Leben als Teilhaber einer kleinen, nicht sonderlich florierenden Import/Export-Handelsgesellschaft namens „Schlosser, Rulow & Co.”. Zugleich und vor allem aber war er der Ehemann einer aufstrebenden CDU-Bundestagsabgeordneten.

Wenn Maria Schlosser auch von den zur Debatte stehenden Machenschaften bis vor kurzem nichts wusste, so war doch indirekt sie es, die jene drei Menschen zusammenführte. Dass Frau Schlossers gewaltsamer Tod am Dienstag dieser Woche in Venice, Kalifornien, direkte Verbindungen zu der Parteispendenaffäre aufweist, kann ich hier nur am Rande vermerken.

An jenem Abend also vor fast zehn Jahren machte Karin Block aus ihrem politischen Unwillen kein Geheimnis, sprach auch von der Absicht, größere Teile ihres Vermögens in die USA zu transferieren. In dieser kapitalkräftigen Unzufriedenheit witterte Professor von Brauchangen sofort eine Chance für sich und seine Partei.

Zwei Wochen später erhielt Frau Block einen Anruf von einem ihr bis dahin unbekannten Politiker – Paul Wineck, in jenen Monaten am Ende der siebziger Jahre noch in Bonn als Hinterbänkler der Opposition tätig. Er brachte Frau Block mit einem, wie sie sich mir gegenüber ausdrückte, „hohen Politiker“ zusammen.

Was seine Identität betrifft, so konnte ich ihren Andeutungen lediglich entnehmen, dass es sich bei der fraglichen Person um einen einflußreichen Gönner Winecks handelt, der gegenwärtig in Bonn ein bedeutendes politisches Amt innehat.