9 Nichts als die Wahrheit

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„Außer Ihnen“, unterbrach ihn Olbig. „Und dem Besitzer“ – Olbig machte eine weite ironische Geste in den Raum hinein – „dieses florierenden Etablissements …“

Fritz Schlosser nickte. Peter Talmer und ich, wir sind die Ausnahmen in der mörderischen Regel … Und damit wir es bleiben, kann die Sache, so wie sie läuft, nicht mehr weiterbetrieben werden.“

„Steckt die Block doch dahinter …“ Olbig stellte keine Frage. Er sprach mehr zu sich selbst.

„Das habe ich nicht behauptet“, sagte Schlosser. „Aber es ist doch ganz einfach so: Wenn die Amis rausbekommen, dass wir euch diese Computer verhökert haben, verliert Frau Block ein paar hundert Millionen. Dann entziehen die ihr sämtliche Regierungsaufträge, und wenn sie Pech hat, beschlagnahmen sie obendrein ihren amerikanischen Besitz.“

„Also?“ fragte Olbig.

„Also“, sagte Schlosser, „werden wir einen Ausweg aus der Misere finden müssen, der beide Seiten befriedigt.“

Die Blonde mit dem roten Mund brachte die Zwiebelsuppe und den Salat.

„Ich hatte ein Bier bestellt“, sagte Olbig.

„Kommt gleich“, sagte die Blonde und drehte sich um, bevor Schlosser sie an seinen Wein und an das Brot erinnern konnte, das zum Salat gehörte.

Olbig sah ihr kurz hinterher und richtete dann seinen sehnsüchtigen Blick auf die Suppe. Besteck hatten sie auch nicht.

„Is’n großartiger Laden“, sagte Schlosser.

„Sie haben doch sicher etwas in petto“, meinte Olbig, während er vorsichtig versuchte, ein Stück des glühendheißen Käses mit den Fingern abzuziehen.

Schlosser räusperte sich. „Ich finde“, sagte er, „es gibt eine Vielzahl reizvoller Länder, über die sich unsere Geschäfte gefahrloser abwickeln lassen…“

Er stockte, weil die Bedienung wieder an den Tisch kam. Sie brachte Olbigs Toast Florida und stellte ihn in der Mitte zwischen den beiden Männern ab.

„War eigentlich als Hauptgang gedacht“, sagte Olbig ohne viel Nachdruck.