9 Nichts als die Wahrheit

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Doch die erregte Gewalt der Frau über ihm brachte ihn schnell in die Gegenwart seiner Rückenlage zurück. Millionenschwere Lust, gegen die er sich nicht zu wehren wagte, schlug hart auf ihn ein. Karin Block kratzte die Haut seiner Brust auf, und sie warf ihr Becken nach hinten, dass es in seinem Unterleib schmerzte. Wieder zwang er sie auf den Rücken. Als sie ihm stumm und verzweifelt ihre Fäuste in die Nieren hämmerte, ging er aus ihr heraus und zerrte sie mit sich zu dem Esstisch. Trotz ihrer blinden Wut verstand sie plötzlich, und so machten sie es dort, jeder gleich dem anderen, Auge in Auge, Stoß auf Stoß, Schrei auf Schrei.

Schließlich, schließlich doch, war es vorbei, und sofort drehte Karin Block sich weg von dem Mann über ihr, so abrupt und gleichgültig, wie man einen Fernseher ausschaltet.

Peter Talmer fand, dass er vor dem Tisch ziemlich dumm herumstand, und machte sich, ungelenk durch seinen Halbsteifen, auf den Weg zur Minibar.

Er goss sich eine kräftige Portion von dem Marc nach – es war Teil seiner Überlebensstrategie, immer bei derselben Sorte Alkohol zu bleiben – und wandte sich dann wieder zu Karin Block, die nackt und mit gespreizten Beinen auf dem Tisch lag und ihn mit musternden Augen beobachtete.

„Was willst du trinken?“ fragte er mit einer Stimme, deren Gelassenheit ihn selbst erstaunte.

„Warum“, antwortete Karin Block, ohne ihn anzusehen,„musste Gallathea ausgerechnet als ersten von allen ihren eigenen Mann beiseite schaffen?“

Peter Talmer zögerte nicht mit der Antwort. „Das gab ihr unmittelbar freie Hand; Schluss mit der ehelichen Kontrolle. Ich habe lange mit ihr darüber gesprochen, an dem Abend, als sie Harry Mann in dem Motel hatte sitzenlassen. Und außerdem war der alte Kelling das schwächste Glied der Kette. Große Schnauze, nichts dahinter. Ruckizucki wäre der umgekippt, wenn ihn jemand in die Mangel genommen hätte.“

Karin Block stützte sich mit den Händen ab, um sich von der Tischplatte aufzurichten.