9 Nichts als die Wahrheit

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„Ich möchte jetzt nur ein Mineralwasser“, sagte sie, als sie aufrecht saß, dann griff sie nach dem Tischtuch und wischte ab, was zwischen ihren Beinen hervor lief. „Harry hat mir erzählt“, sagte sie dabei, „dass Gallathea die Hexter erpresst habe? Warum zum Teufel? Mir hat sie nichts davon gesagt. Ich hatte keine Ahnung, dabei waren wir noch am selben Abend zusammen. Ich habe ihr ja für die Nacht das Alibi besorgt …“

„Nun, Gallathea brauchte einen Vorwand, um Harry Mann zu dem nächsten Mord zu bewegen. Zu diesem Zeitpunkt lief die Nummer mit der Erpressung noch nicht. Und der beste Vorwand für alles auf der Welt ist Geld. Bargeld. Geld zum Anfassen. Die Faszination knisternder Scheine.“

„Ich weiß nicht … Um das zu verstehen, muss man vielleicht mal arm gewesen sein …“ Karin Block rieb gedankenverloren die Tischdecke zwischen ihren Beinen. „Ich jedenfalls habe das Gefühl, dass da noch irgend jemand auf eigene Rechnung …“ Sie sah Peter Talmer misstrauisch an.

„Immerhin“, sagte er, „handelte Gal keine Sekunde zu früh. Die Hexter hatte schon Verdacht geschöpft. Sie traute der Einbruchsversion nicht und hatte sich überlegt, wer Interesse an Kellings Tod gehabt haben könnte. War auch nicht sonderlich schwer, sich auszurechnen, dass für dich allerhand auf dem Spiel stand, als die Ermittlungen gegen Wineck unaufhaltsam vorangingen. Und wie sie das taten, stand dick und fett in allen Zeitungen.“

Karin Block schien nicht übermäßig überzeugt. Peter Talmer war es egal. Er hielt ihre Zweifel für übertrieben. Eins allerdings beschäftige auch ihn.

„Warum musste Maria Schlosser sterben und nicht, wie geplant, der eitle Fritz?“ fragte er, während er seine Kleidungsstücke zusammensuchte.