9 Nichts als die Wahrheit

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„Einmal ein Linker, immer ein Linker“, sagte Karin Block.

„So ein Scheiß!“ Peter Talmer schüttelte unwillig den Kopf. „Wer hat dir denn den Spruch verkloppt?“

Karin Block sah ihn böse an. „Hör auf, mich von oben herab zu beleidigen, und komm unter die Dusche!“

Er tat, was sie sagte, und überließ es ihr, das Wasser anzudrehen.

„Du darfst von mir nicht auf andere schließen“, sagte er versöhnlich. „Außerdem gibst du selbst den Gegenbeweis für diesen Unsinn ab.“

„Wird Reym Schwierigkeiten machen?“ fragte sie und begann unkonzentriert, sich einzuseifen.

Talmer nahm ihr die Tube Duschgel aus der Hand.

„Der ist so gibberig auf dieses Interview“, sagte er, während er langsam und gründlich die blaue Flüssigkeit auf ihrer Haut verteilte, „der stellt bestimmt keine unverschämten Fragen. Dafür hat der viel zuviel Angst, rauszufliegen, bevor er seinen großen Erfolg im Kasten hat.“

Karin Block schwieg. Peter Talmer spürte, wie ihre Muskeln sich unter seinen massierenden Händen entspannten.

„Schon irre, wie wir uns alle verändern“, sagte sie nach einer Weile. Sie sah ihm in die Augen: „Ziemlich genau sechzehn Jahre ist es jetzt her, dass du mich an dem Strand aufgelesen hast. Mit nichts.“

„Stimmt für uns beide nicht ganz.“ Peter Talmer lächelte. „Ich hatte eine Gitarre und du einen Tripper.“

„Trotzdem, von damals bis hierher, das war ein langer Marsch“, sagte Karin Block. „Jetzt übernehmen wir allmählich den Saftladen. Nur machen wir es nicht sehr viel anders als die vor uns.“

„Nur öfter“, sagte Peter Talmer und ließ seine Hand ihren Bauch entlang und tiefer gleiten.

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