Epilog: Wiedersehen mit Harry Mann

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„Aber sonst hat sich das Blatt gewendet“, sagte er. „Und weißt du, wann?“

Ich schüttelte den Kopf.

Harry lächelte traurig. „Ich verstehe vom Terrorismus nichts, und wenn ich es täte, würde ich es nicht zugeben. Eins jedoch ist klar: Baader und Co. haben, aus welchen Gründen auch immer, auf Teufel komm raus versucht, in jenem unserem langweiligen Lande knallharte amerikanische Action zu leben: Porsche, Pässe und Pistolen.“

„Dummerweise war’s kein TV-Krimi“, wandte ich ein.

„Sah aber so aus, wenn du den Rappelkasten angemacht hast“, sagte Harry, „und in der Zeit ging’s ja auch volle Pulle mit den Enthüllungen los. Die Abhöraffäre um den Atom-Traube. Die Neue Heimat. Die dubiosen V-Männer und die falschen Spuren und Bomben, die sie legten …“

„Die Flick-Affäre“, fiel ich in seine Litanei ein, „die diversen Bauskandale in den Großstädten der Republik. Die unendlich langweilige Parteispenden-Arie. Die eiserne Nationale der Waffenhändler. Ungeklärte Todesfälle im Dutzend. Barschels tausend Eide.“

„Wummpah“, sagte Harry Mann. „Nicht zu vergessen …“ Und schon fing er wieder an, mir von den Leichen zu erzählen, die man ihm auf den Weg gelegt hatte.

*

Seine Beichte brachte mich auf eine Idee. In den Wochen darauf zeigte er mir die Orte, an denen er um sein Überleben gekämpft hatte, die Bucht am Pazifik, den postmodernen Bunker in Venice, das Schlosshotel am Sunset, und einmal, als Karin Block in Europa war, besuchte ich auch die einsame Villa in den Santa-Monica-Bergen, in der Harry Mann seinen privaten Ausweg gefunden hatte.

Dort, auf der Terrasse unter den drei kleinen Palmen, sprach er mir seine Version der Ereignisse auf Tonband, und im Laufe der Zeit führte er mich unauffällig bei einigen der Leute ein, die wie er überlebt hatten.