Epilog: Wiedersehen mit Harry Mann

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Manchmal trifft man nach langer Zeit einen alten Freund aus anderen Tagen wieder, dessen Namen man nur mit Mühe erinnert und an dessen Freundschaft das Beste gewesen ist, dass sie nie besonders gut war. So erging es mir mit Harry Mann.

Es war eine sternenklare kalifornische Herbstnacht. Die gierig glänzenden Schnauzen der Jaguare und BMWs, der Daimlers und Rolls Royces parkten die Auffahrt entlang in Reih und Glied. Meinen schäbigen Kleinwagen versteckte der uniformierte Parkwächter voller Nachsicht im dunklen Abseits.

In der hell erleuchteten Villa, zu der die Auffahrt führte, gab es kein Fenster, aus dem nicht Popmusik und Gelächter drangen. Das Zentrum der Party jedoch lag um den gewaltigen, nierenförmigen Pool. Sein Wasser strahlte hell und zog die Gäste an wie das Licht die – in Beverly Hills natürlich längst ausgestorbenen – Motten.

An der zwischen Pool und Park improvisierten Bar bedienten schweißgebadet zwei Mexikaner in weißen Dinnerjacketts. Ich holte mir ein Glas kalifornischen Chardonnay und bestaunte die vielen schönen Menschen, die braungebrannt und nachtbleich, in Jeans und Frack, hochgeknöpft und mit Untiefen von Dekolletés, einander umkreisten, viel tranken und viel lachten.