Epilog: Wiedersehen mit Harry Mann

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Die meisten auf dieser Party machten den Eindruck, als seien sie reich und glücklich und ungemein berühmt, obgleich ich Fremdling sie nicht kannte. Der Hausherr hatte allerdings mal eine Frau, von der er längst geschieden war, aus Germany mitgebracht, und so gehörte ein kleiner Teil der Gäste zur deutschen Kolonie.

Ihre Gesichter waren mir vertraut, ihre Namen hatte ich schon gedruckt gesehen: der stärkste Mann der Welt an der halbverhungerten Seite seiner Agentin, ein flüchtiger Finanzmakler und ein grauhaariger Lebemann, der schon reich geboren worden war, eine der letzten Überlebenden des Fräuleinwunders in Begleitung eines alternden Jung-Regisseurs, der seit Jahr und Tag das untote Autorenkino nach Hollywood exportieren wollte, zwei, drei Rock‘n’Roller der xten Garnitur, ein halbes Dutzend Korrespondenten. Und zur Garnierung reichlich Körper beiderlei Geschlechts und unklarer Nationalität, die allein ihre Schönheit hierher geführt hatte und in deren knochigen Konturen nicht nur ich unwillkürlich nach Spuren der Krankheit suchte. Dergleichen war in diesem Teil der Welt fast schon ein Gesellschaftsspiel.

Nach einer Weile trat ich an die Brüstung, die den Park von dem tiefer liegenden Nachbargrundstück trennte, und sah hinunter auf die transgalaktische Schüssel voller Licht, die Los Angeles heißt.

Und in genau diesem Augenblick hörte ich seine Stimme.

Als ich mich umdrehte, stand er da und sprach beruhigend auf eine schmale Frau mit einer Art Bürstenhaarschnitt ein. Sie war Ende Dreißig, trug zu Jeans und Fliegerstiefeln ein unter der Brust geknotetes Farmhemd und kämpfte gegen die Tränen.

„You are the most horrible man in the world!“, sagte sie viel zu laut und wandte sich brüsk ab.

Harry Manns Blick entdeckte mich im selben Augenblick, als er nach dem Arm der Frau griff, und ich konnte in seinem Mienenspiel den Übergang vom ersten Schrecken zu aufkeimender Begeisterung verfolgen.