Epilog: Wiedersehen mit Harry Mann

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Just jener Ehemann Rudolf Kelling war allerdings wenige Wochen zuvor selbst einem Verbrechen zum Opfer gefallen, und den flüchtigen Harry Mann hatte man vorübergehend der Tat verdächtigt, bis die Kripo schließlich zu dem Ergebnis kam, dass Kellings Tod auf das Konto eines unbekannten Einbrechers ging.

Was ich da von Harry Mann gelesen hatte, bestätigte mein Bild von ihm. Dass er im Gegensatz zu den meisten seiner Ex-Genossen die Karrierekurve nicht kriegen würde, schien mir so sicher wie die Tatsache, dass man in Deutschland keine realistischen Thriller schreiben konnte.

Aber in beiden Fällen sollte Harry Mann dafür sorgen, dass ich unrecht behielt.

Als ich ihn jetzt wieder traf, war er achtunddreißig Jahre alt und, wie seine gepflegte Frisur und seine Edelklamotten bewiesen, endlich nicht mehr ohne Lebensunterhalt.

Harry Mann hatte es geschafft. Fragte sich nur, was?

*

Die Antwort auf diese Frage gab er mir ein paar Tage später bei einem Abendessen in seinem Lieblingsrestaurant, einem teuren weißen Schuppen namens „Spago“, der als Vorspeise neben einem sensationellen Blick hinunter auf den Boulevard der Dämmerung auch die beste Pizza der Welt anzubieten hat. Eine Behauptung, die ebenso wenig übertrieben ist wie die, dass Harry mir sein scheußliches Schicksal und seine hilflosen Heldentaten geradezu aufdrängte. Er hatte den Wunsch, sich auszusprechen, und ich hörte gerne zu.