1 Transatlantische Mausefalle

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„Thank you, Lupina“, sagte Karin Block, „we’re fine.“

Lupina schlurfte davon.

Paps öffnete die Augen. Die Gesichter der beiden Personen an dem Tisch unter den drei kleinen Palmen konnte er aus dieser Entfernung ohne Fernglas nicht erkennen. Aber er sah, dass Karin Block sich für von Brauchangen in Schale geworfen hatte. Anstelle der ausgewaschenen Jeans, in denen sie vor zwei Tagen den devoten Trupp von Bevollmächtigten, Rechtsanwälten und Vorständen empfangen hatte, trug sie heute ein dunkelgraues Schneiderkostüm, wahrscheinlich das mit den feinen hellblauen Nadelstreifen.

Paps lehnte sich zurück, ließ die Schaukel ein wenig heftiger quietschen und schloss wieder die Augen.

„Ja“, sagte Professor von Brauchangen in einem philosophischen Tonfall, dessen Wirkung erheblich durch knatschendes Kauen gestört wurde, „die Welt draußen dreht sich weiter; und leider nicht immer so, wie wir es gerne hätten.“

Karin Block schwieg so demonstrativ, dass Paps die Peinlichkeit zu hören meinte.

„Ach, ehe ich es vergesse“, sagte von Brauchangen verlegen, „der Kanzler lässt sie grüßen und bedankt sich recht herzlich für die kleine Aufmerksamkeit, die Sie ihm … Na ja, Sie wissen schon. Es hat ihm wirklich gefallen.“

Schweigen. Vermutlich hatte Karin Block nur genickt und still gelächelt. Besteck klapperte.

„Und selbstverständlich haben wir Ihnen auch für Ihren jüngsten Beitrag zu danken, mit dem Sie die Arbeit des ‚Euro-Vereins‘ unterstützt haben. Kam angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen natürlich wie gerufen …“

„Aber ich bitte Sie“, sagte Karin Block mit sehr viel Nachdruck, „das ist doch selbstverständlich. Das hat ja schon, wie soll ich sagen …” Sie lachte kurz auf: „…Tradition.“

Etwas war im Busche, etwas Besonderes, daran konnte es keinen Zweifel mehr geben. In dem Gedanken an das Geld, das er für dieses Tonband erhalten würde, schnalzte Paps unwillkürlich mit den Lippen.

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