1 Transatlantische Mausefalle

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Mann schob die Maus auf das Pull-down-Menu, das ihn  normaler Weise aus dem Programm bringen würde. Statt des üblichen Befehlskatalogs erschien prompt ein Dialogfeld, das ihm in ordentlichen, offiziellen Druckbuchstaben die Frage aller Fragen stellte:

„Wird Mann zum angepassten Arschloch?“

Harry Mann überlegte, ob diese Existenzfrage ihn unter anderen Umständen überraschen könnte. Nein. Er schüttelte wieder seine verkrampften Schultern. Wahrscheinlich würde sie ihn nur ärgern. Mann versuchte sich vorzustellen, wie er sich ärgern würde. Es gelang ihm über die Maßen gut.

Entschlossen klickte er auf das Feld „Verpiss dich“. Der kleine graue Kasten, der seit Monaten seine Lebenszeit fraß, begann empört zu piepen. Aber sonst geschah nichts.

*

„So gern er möchte, in diesem Fall kann Ihnen der Kanzler nicht mehr helfen“, sagte von Brauchangen. „Das Aufsehen, die Presse, die öffentliche Meinung …“

„Er soll nicht mir helfen, sondern Wineck!“

„Gnädige Frau …“

„Schließlich hat Wineck Ihrer Partei Millionen verschafft!“

„Liebe gnädige …“

„Wenn Wineck auspackt, ist auch der Kanzler dran!“

„Wineck wird nicht … Mit einem solchen Schritt würde er nur sich selbst schaden. Seine ganze Zukunft steht auf dem Spiel. Er ist noch jung … Man würde sich, meine ich, dankbar erweisen, auf die eine oder andere …“

„Ach!“ Karin Blocks Stimme, voller Hysterie und voller Spott, kippte fast: „Schade, dass Wineck das nicht weiß! Ihr durchgedrehter Parteifreund glaubt nämlich, er würde auf dem Altar der öffentlichen Meinung geopfert …“

„Liebe gnädige Frau, ich verstehe Ihre Aufregung voll und …“

„Ich bin nicht aufgeregt, Brauchangen, ich bin wütend. Scheiß wütend. Und ich habe auch die Faxen Ihres superschlauen Kanzlers dicke!“