1 Transatlantische Mausefalle

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Allmählich spürte Paps fast so etwas wie Mitleid mit dem Sendboten der Regierungspartei. Karin Block hatte einen ihrer berüchtigten Wutanfälle. Jeder, der sie kannte, wusste, dass es da nur eins gab: Man musste ihr für eine Weile aus dem Weg gehen. Aber genau das konnte von Brauchangen nicht. Der pompöse Professor hatte schlechte Karten. Zumal Karin Block, wie Paps die Sache verstanden hatte, allen Grund besaß zu toben. Sie hatte bezahlt, jahrelang, für geringe Gegenleistungen. Und nun, da sie zum ersten Mal wirklich etwas für ihr Geld verlangte, machten die Empfänger der Wohltaten einen rasanten Rückzieher.

„Wineck ist nicht zu halten.“ Von Brauchangen gab sich hörbar alle Mühe, seine Stimme fest und wissend klingen zu lassen. „Nicht in dieser Situation. Man hat sich auf ihn eingeschossen. Er war so unklug, sich in Widersprüche zu verwickeln. Dem Mann ist nicht mehr zu helfen. Ehrlich gesagt, ich begreife auch nicht, warum Sie an seinem Schicksal solches Interesse …“

„Sie scheinen zu vergessen, dass Sie eigentlich viel tiefer drinstecken als Wineck, mein Lieber.“

„Aber ich stehe nicht an so prominenter Stelle, mich hat man nicht wegen meiner Verdienste um die Finanzierung unserer Partei zum Minister gemacht! “ Paps hörte den Hauch von Befriedigung in von Brauchangens Stimme. „ Also hat man sich nicht auf mich eingeschossen. Ich bin viel zu unwichtig. Wineck hat Pech gehabt, er muss nun seinen Kopf hinhalten. Daran wird sich kaum etwas ändern lassen …“

„Nur leider ist Wineck nicht bereit, den Sündenbock zu spielen! Er hat mir gedroht …“

„Er will Geld? Wir werden uns darum kümmern! Man wird ihm Zusagen machen.“

„Wenn Wineck Geld wollte, bräuchte ich Ihre Hilfe nicht. Dann hätten wir kein Problem. Wineck verlangt politischen Schutz, er will aus der Sache sauber herauskommen. Er hat Angst um seine Karriere.“