1 Transatlantische Mausefalle

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Karin Blocks Lachen, ein böses Lachen unterbrach ihn. „Das bin ich mir auch …“

Sie machte einen Schritt auf von Brauchangen zu, der immer noch hilflos vor seinem Stuhl stand und unentschlossene, fast ängstliche Blicke auf den gedeckten Tisch warf. Ihre Stimme klang ruhiger.

„So, und jetzt rufen wir Herlois an und teilen ihm unseren Entschluss mit. Und dann frühstücken wir gemütlich weiter.“ Karin Block setzte sich wieder.

Gemütlich frühstücken, wusste Paps, bedeutete Champagner. Im Feldstecher sah er, wie sie zu dem Funktelefon auf dem Beistelltisch griff und eine lange Reihe von Zahlen eintippte. Es dauerte ein paar Sekunden, bis auf der anderen Seite der Welt jemand den Hörer abnahm.

„Block“, sagte Karin Block, „ich hätte gern … Ach, Herlois, du bist es selbst …“

Paps kannte die vierzehnstellige Nummer, die sie gewählt hatte; und er kannte den Mann am anderen Ende der Leitung. Gut konnte er sich den schmierigen Pater hinter dem abgewetzten Schreibtisch vorstellen, von dem aus Herlois einen hervorragenden Blick auf das untere, nicht so feine Ende des Ku’damms hatte.

„Professor von Brauchangen ist bei mir.“ Karin Blocks Feststellung war eine recht eindeutige Warnung, gewisse Themen nicht anzuschneiden. „Nein, leider nicht. Aber wir werden die Sache unter uns regeln. Ich komme Anfang der Woche rübergeflogen.“

Karin Block lauschte der fernen Stimme, von Brauchangen kaute schon wieder. Die Sonne näherte sich ihrem höchsten Punkt.

Paps streckte sich, was die Hollywoodschaukel mit einem wilden Quietschen beantwortete. Allmählich wurde es Zeit, dass Mamma aus den Federn kam und das Mittagessen zubereitete. Herlois hielt gewiss eine seiner endlosen Ansprachen. Paps dachte an Berlin, an die Kriegsjahre in der Prinz-Albrecht-Straße, an die Wache in der Keithstraße, an die langen Nächte bis zu seiner Pensionierung. War es um diese Zeit schon dunkel in Berlin?