1 Transatlantische Mausefalle

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„In Ordnung.“ Die Ungeduld in Karin Blocks Stimme war nicht zu überhören. Pause. „Gut, bis dann. Ach, und … Erinnerst du dich an die Schmidt, die früher bei mir Mädchen für alles war, die hat dann geheiratet, diesen …“ Pause. „Ja die. Ich brauche ihre Telefonnummer.“ Pause. „Nein, ruf mich in zwei, drei Stunden wieder an.“

Karin Block fummelte an den Tasten des Telefons herum. Aus dem Haus drang das vertraute elektronische Gewimmer. Als es aufhörte, sagte Karin Block: „Dolores? We would like to have some champagne.“

Der alte Mann setzte die Kopfhörer ab. Das Aufnahmegerät ließ er weiterlaufen. Der Kaffee in seinem Becher war kalt geworden. Er leerte ihn im weiten Bogen in den trockenen Sand, schraubte die Thermosflasche auf und goss sich nach.

Seine Auftraggeber würden zufrieden sein.

*

Unnachgiebig flimmerte die absurde Existenzfrage durch das halbdunkle Berliner Zimmer. Harry Mann hatte sich umgezogen und war sich mit dem Elektrorasierer durchs Gesicht gehuscht. Jetzt saß er wieder vor dem kleinen grauen Kasten. So oft er „Verpiss dich“ klickte, so oft piepte es zurück. Mit Computern ließ sich nicht handeln. Die kleine graue Ratte wollte ihn zwingen, sich selbst zu beschimpfen. Tadel ohne Ehrfurcht. Das war so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was er dem Apparat hatte beibringen wollen. In der Programmierung der Existenzfrage musste ein Fehler stecken. Mal wieder einer.

Mann stand auf, ging zum Fenster und zog die Jalousien hoch. Von diesem Zimmer aus starrte man direkt auf die verdreckte, fast schwarze Fassade des gegenüberliegenden Seitenflügels. Der Hof dazwischen war von einer bedrückenden Enge, die sogar notorisch fröhliche Wessies wie seinen Freund Wolf nach ein paar Stunden depressiv stimmte.