1 Transatlantische Mausefalle

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Mann öffnete das Fenster, und zusammen mit heißer, abgestandener Luft drang ein Potpourri sämtlicher Radio- und Fernsehsender Berlins herein, garniert mit türkischem Kassetten-Gedudel und dem Geruch von gebratenem Fisch und angebrannten Kartoffeln.

Mann spürte den dringenden Wunsch, seine Faust in den flimmernden grauen Kasten zu rammen. Wieso zum Teufel auch nicht! Schließlich war er Jurist, ein arbeitsloser Jurist ohne zweites Staatsexamen, und kein gottverdammter Mathematiker oder was immer man sein sollte, um mit diesen Dingern auf eine subtilere Weise fertig zu werden.

All die verlorenen Tage gingen auf Peters Konto. Alles seine Schuld. Harry Manns Schwierigkeiten waren einzig und allein das vorhersehbare Ergebnis der Schnapsidee seines besten Freundes, ihn, den hoffnungslosen Computer-Hobbyisten, im Schnellgang zum Software-Experten umzuschulen.

Mann schloss das Fenster wieder. Er musste hier raus, weg, weit weg; aber jetzt musste er erstmal zu den Kellings.

Er ging zurück zu dem Computer und versuchte es noch einmal mit der „Escape“-Taste. Vergeblich. Da er so klug gewesen war, die für Abbrechen vorgesehene Tastenkombination mit einem anderen Befehl zu belegen, gab es keine andere Möglichkeit mehr, aus dem Programm und damit pünktlich zu der Abendeinladung zu kommen, als sich dem widerborstigen Biest zu unterwerfen.

Gerade wollte er nachgeben, als der Klügere, der er nun einmal war, als er entdeckte, dass das Feld für „Ja“ aus der Dialogbox verschwunden war.

Die graue Rattenbox war nicht einmal mehr bereit, seine Kapitulation zu akzeptieren!

Mann lehnte sich zurück und starrte wütend auf den Bildschirm. Dann beugte er sich abrupt vor und langte zu der Rückseite des Geräts. Die Existenzfrage brach mit einem elektrischen Würgen in sich zusammen.