1 Transatlantische Mausefalle

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Der rüstige alte Mann, der an diesem Morgen freiwillig die Aufgaben des Gärtners erledigte, stellte die Sprinkleranlage ab, hob nicht ohne Mühe die volle Gießkanne an und begann, die Blumen vor der dichten Hecke zu gießen, von der die Terrasse gegen die tief abfallende Steilwand des Canyon hin begrenzt wurde.

Mehr Mühe als die ungewohnte Arbeit kostete es ihn, so wenig wie möglich zu dem tiefbraun gebrannten Körper zu starren, der sich auf der Liege bei dem großen Pool sonnte. Das nackte Fleisch war nicht mehr ganz jung, aber soviel jünger als all die Körper, die der Alte seit Jahren berührt hatte. Die langen schlanken Beine, die schmalen Hüften, die kleinen, festen Brüste, all das war unerreichbar für ihn. Nicht die Spur einer Chance hatte er; und auch vor dreißig, vierzig Jahren hätte er nicht die Spur einer Chance gehabt. Nicht er.

Trotzdem beneidete er keinen der Männer, die diesen Körper besitzen durften; keinen der vielen Gockel, die hier in den zehn Jahren, die er das kalifornische Anwesen und seine Eigentümerin bewachte, für ein paar Monate stolz herumgekräht hatten. Wenn er überhaupt jemanden beneidete, dann diese noch halbwegs junge und halbwegs schöne Frau.

„Morgen, Paps“, sagte der Körper, ohne dass der dazugehörige Kopf die Augen geöffnet hätte.

„Guten Morgen, Frau Block.“