1 Transatlantische Mausefalle

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Paps nahm die Gießkanne und trug sie zu dem Verschlag hinter den dichten mannshohen Fliederbüschen, die die erhöhte Terrasse von dem tiefer liegenden Park trennt. Als er die Tür wieder geschlossen hatte, wagte er einen letzten langen Blick zurück auf Karin Blocks nackten Körper und schlurfte dann hinüber zu dem Dienstbotengebäude.

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Vor Harry Manns Augen blinkten die Zahlen der Dutzend verschiedenen Zeitanzeigen auf dem Computerschirm. Wieder waren zehn Minuten vergangen. 600 Sekunden. Den erstaunlichen Umstand, dass soviel passierte und nichts davon in seinem Leben, konnte er mit Hilfe dieses kleinen grauen Kastens immerhin auf einen simplen Nenner bringen: „DateItem“.

Jedes Zeitbruchstück berechnete das System des Computers sekundenweise und übersetzte es in grobe, unzulängliche Begriffe, wie sie im menschlichen Alltag geläufig waren; beginnend mit Januar 1904, 00:00:00 Uhr, bis irgendwann im Jahre 2040, 00:00:00 Uhr. The Date. Immer nur das, was gerade war. Soeben verging Sekunde 2642440203; wertlos wie die zuvor und die, die ihr folgten, wie alle anderen, heute, gestern, morgen.

Wer würde sich noch um die Münzen in seiner Tasche scheren, wenn es nur Pfennige wären? Ein billiges Überleben in Sekunden.

Harry Mann schüttelte den Kopf. Der Hobbyphilosoph in ihm brach mal wieder durch, einen Haufen wertloser Wahrheiten produzierte er, wie immer, wenn er keine Lust hatte, das zu tun, was er tun sollte.