1 Transatlantische Mausefalle

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Paps saß in einer orangefarbenen, unablässig leise quietschenden Hollywoodschaukel auf einem Hügel knapp hundert Meter vom Haupthaus des Anwesens entfernt. Neben ihm stand ein Klapptisch. Auf ihm waren, wie in Reih und Glied, eine Thermosflasche, ein Becher mit Kaffee, ein tragbares Telefon, ein Radio-Walkman mit Kopfhörer und ein olivgrüner Feldstecher aufgebaut. Zwischen dem Klapptisch und der Hollywoodschaukel eingeklemmt, den Kolben am Bein des Tisches und den Lauf an einer Querstrebe der Schaukel, lehnte griffbereit eine schwarz glänzende Maschinenpistole.

Von diesem erhöhten Standort aus, seinem Stammplatz, besaß Paps einen hervorragenden Überblick in alle vier Himmelsrichtungen. Vor ihm und zu seiner linken Hand führte der Feldweg von dem einsamen Anwesen in vielen Windungen durch die kahlen, von der Sonne verbrannten Berge hinab zu der gepflasterten Hauptstraße, die selbst wiederum in den Pacific Coast Highway mündete. In seinem Rücken befand sich das einstöckige Dienstbotengebäude, in dem Mamma, die in der vergangen Nacht für ihn die Wache übernommen hatte, noch tief und fest schlief. Und zu seiner rechten Hand stieg die kiesbelegte Auffahrt sanft zu der schneeweißen und schlossgroßen Villa an, vorbei an dem abseits gelegenen Tennisplatz und der Gym und in einem halben Kreis um den künstlichen Fischteich bis zu dem Wendeplatz bei dem überdachten Eingang, vor dem der zitronengelbe Porsche Targa und die schwarze Jaguar-Limousine parkten.

Paps griff zu dem Feldstecher. Auf dem Feldweg näherte sich in einiger Entfernung eine Staubwolke. Verursacht wurde sie von einem hellblauen Personenwagen. Einem Pontiac Bonneville. Der alte Mann verzog den Mund zu einem mitleidigen Grinsen. Die Mietwagengesellschaften klassifizierten derlei Schleudern als „Fullsize Car“. Mehr stand dem Schatzmeister eines Landesverbandes vermutlich nicht zu. Paps schaltete das Funktelefon ein, drückte „Intercom“ und tippte eine Zahl.

„Lupina, dice la Señora que Professor von Brauchangen viene“, meldete er ins Haus.

Durch den Feldstecher sah er, dass der blaue Wagen sich einige Windungen weiter hochgearbeitet hatte. In vier, fünf Minuten würde er bei der Schranke angelangt sein, die die Zufahrt zu dem Anwesen sicherte.

Der alte Mann schwenkte den Sucher hinüber zu dem Teil der Terrasse, den er von seinem Platz aus einsehen konnte. Lupina, eine muttchenhafte Mexikanerin mittleren Alters, trug ein Tablett zu dem Tisch in der Essecke, stellte es ab und sprach ein paar Worte in Richtung der Sonnenliege.