1 Transatlantische Mausefalle

Das Buch kann man auch bei Amazon kaufen!
Karin Block stand auf, und für einen Augenblick tanzte vor Paps‘ Augen die Großaufnahme ihrer Scham: ein dichter Wald schwarzer Haare, der alles, was dahinter lag, kaum ahnen ließ. Paps bevorzugte blonde Varianten, deren helles, meist dünnes Haar das blutrote Ziel seiner Wünsche weniger verbarg.

Mamma war blond, dort unten jedenfalls noch. Aber sie war nicht mehr das Ziel seiner Wünsche; nicht, wenn sie, wie sie es manchmal tat, nackt auf den Balkon trat, um ihre quadratische durchtrainierte Gestalt der Sonne und seinen Blicken preiszugeben.

Karin Block hatte sich in ihren Morgenmantel aus aschgrauer Seide gehüllt und ging ins Haus. Dolores, die zweite Hausangestellte, eine große füllige Samoanerin von Anfang Zwanzig, deren einziger Schmuck ihre Fettringe waren, kam ihr mit einem verchromten Rollwagen entgegen. Die beiden Dienstboten deckten den Tisch in der Essecke zu einem opulenten Frühstück.

Der Bonneville hatte, fast grau vor Staub, die Schranke erreicht und hielt neben dem Pfeiler mit der Gegensprechanlage. Durch das Fernglas war in dem offenen Seitenfenster Brauchangens Gesicht deutlich zu erkennen. Er kam allein.

Das Telefon neben Paps stieß sein widerliches elektronisches Gewimmer aus. Er schob den Schalter auf „On“ und sagte artig:

„Willkommen, Herr Professor.“

Dann drückte er die „#“-Taste und eine Zahlenkombination.

Das eiserne Gitter der Absperrung rollte geräuschlos beiseite. Die Limousine beschleunigte und fuhr die Auffahrt hinauf, ohne dass der Mann hinter dem Steuer den Alten in der Hollywoodschaukel eines Blickes gewürdigt hätte.